Was keiner weiß, ist nie geschehen.
Im Zentrum steht der scheinfromme Tartuffe, der sich mit moralischer Überlegenheit und berechnender Frömmigkeit das Vertrauen des wohlhabenden Orgon erschleicht. Schritt für Schritt bringt er dessen Familie unter seine Kontrolle, bedroht Besitz, Freiheit und familiären Zusammenhalt. Molière entlarvt diesen Machtmissbrauch mit beißendem Humor und großer psychologischer Genauigkeit. Was als komödiantischer Familienstreit beginnt, entwickelt sich zur bitteren Analyse ideologischer Verblendung – ein Thema, das schon zur Zeit der Uraufführung so heikel war, dass das Stück zunächst verboten wurde.
Ein lustiger Theaterabend, der gleichzeitig unterhält und zum Nachdenken anregt und zeigt, wie leicht moralische Masken zu Machtinstrumenten werden.
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